02 Etappe / Waterloooooooooo

… ganz ehrlich!?

so richtig erinnern tue ich mich an die letzten 2 Stunden nicht mehr.
Zu Beginn – ganz vorne mit dabei.

Den ersten Pass dann auch in aussichtsreicher Position überfahren… was dann folgte war irgendwie eine Aneinanderreihung von „worst cases“.

Abfahrt vom Pillerjoch ziemlich an der Grenze – Höchstgeschwindigkeit kurzzeitig mal über 90 km/h – Vollbremsung, versetzendes Hinterrad, Peter schon mit einer guten Aussicht über die Leitplanke nach einem Ver-Bremser – und im Tal dann gerade so den Anschluß an eine schnelle Gruppe verpasst !

Das war leider der erste große Fauxpas !
Was folgte war eine zähe, kraftraubende Angelegenheit bis kurz vor Scuol.
Die Belastung nicht richtig eingeschätzt – rückblickend zu wenig gegessen und aufgrund der Hitze zu viel Energie in Form von Schweiß verbraucht – bzw. nicht wirklich über die entsprechende Flüssigkeitszufuhr ausgeglichen.

Von hinten kam keine Gruppe zu uns aufgefahren und die Arbeit die Peter und ich leisten mussten um einigermaßen durch’s Engadin zu kommen – mit ein paar weiteren Fahrern die entweder nicht konnten oder wollten – war rückblickend zu groß!

In Scuol – die Yara kurz vor der nächsten Steigung hoch nach Ftan positioniert – frische Getränkeflaschen…
…und dann mit Sonne und zunehmender Hitze rauf in Richtung Ftan…
Ein erster Vorgeschmack… hier tat’s schon mal richtig weh und Peter hatte die ersten Probleme mit Krämpfen.
Das Tempo noch einigermaßen hoch – mittlerweile einige Gruppen vor und hinter uns.

In Ftan angekommen machte sich die mittlerweile gefahrenen Höhenmeter, Stunden im Sattel und die entsprechenden Kilometer bemerkbar. Nach Ftan dann über eine kurze Schotterstrecke – eine kurze Abfahrt und dann wieder steil – auf einem sehr engen Weg rauf nach Bos-Cha bevor es abschließend runter Richtung Susch ging.

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Dort angekommen – eigentlich schon total kaputt – einige Kilometer auf der Hauptstraße – hohes Tempo – den Windschatten teilend mit einigen anderen Fahrern und den Fluelapass direkt vor uns…

Wir sind noch gut positioniert – laut Yara.
Scharf rechts – Verpflegungsstelle – einige kurze Worte mit Yara und rein in den Fluelapass…

Gleich los mit 8 – 10 – 12% Steigung – evtl. mehr…
Die Sonne ist unbarmherzig – alle schwer schnaufend – die Kette ganz links – das Tempo bei weitem nicht mehr so hoch wie zu Beginn. Die Gruppen mittlerweile „gesprengt“. Einzelne Fahrer oder die Teams – sich gegenseitig helfend kämpfen sich die ersten Kilometer den Fluelapass hoch.
Unten steil, dann etwas weniger steil, dann lange steile endlos wirkende Abschnitte…

Um’s kurz zu machen. Als es nach den ersten steilen Abschnitten etwas besser wurde, hat’s uns „quasi zerlegt“. Peter mit massiven Krämpfen am Straßenrand sitzend – Yara – Gott sei Dank in Sichtweite parkend und dem Peter helfend – ich am Auto lehnend – mit dem Brechreiz mehr als kämpfend…

Keine schöne Geschichte und wir erst mitten im / am Fluelapass.
Der Rest – das pure Grauen, Schmerz ohne Ende, Wille besiegt Körper – und Yara als Motivator
und Cola-Transporter.

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Das Ende vom Lied. Wir sitzen in Davos. Alles tut weh und ob’s Morgen besser geht – man weiß es nicht.

Die Platzierung – 7 Plätze verloren. X-mal ans aufgeben gedacht und nicht mehr geglaubt – je in Davos anzukommen.

Fazit: falsch ernährt, zu wenig gegessen… Hungerast läßt grüßen.
Die Temperaturen sind hoch – das Tempo ist schnell – evtl. zu schnell am Beginn der Etappe und man vergisst einfach zu Essen, die richtigen Dinge dabei zu haben oder man denkt einfach es geht schon…

Haben erstmal die Nächstliegende Apotheke besucht und uns für Morgen mit Elektrolyt-Getränken, anderen Gels und ein paar Riegel mehr eingedeckt.

ps: Danke an die vielen Mails / SMS / WhatsApp und Kommentare !!!!!!!!!!!!!!!!

Das hilft   ;  )

tladmin

8 Comments

Melanie & Karin
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Manfred, Peter,

wir zücken unsere imaginären Hüte und sagen: Aufgeben zählt nicht! Ihr seid willensstark und schafft das! Wenn nicht ihr, wer dann! Jede Hürde kann irgendwie gemeistert werden, nur nie nie nie aufgeben. Zieht das Ding durch. Wir schicken Euch in Gedanken ganz viel Power, Motivation, Regneration über Nacht und morgen den Biss, den wir von Euch kennen. Go go go! Liebe Grüße aus der Siemensallee – Melanie & Karin

PS: Viele Grüße an den Cola-Transporter ;-))))

tladmin
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hello an alle !
vielen Dank für die vielen Mails / SMS / WhatsApp und Kommentare !!!!!!!!!!!!!!!!!!
lg Manfred / Peter / Yara / Begleithund (Storm)

Olaf Ludwig
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Hey Ihr zwei, denkt mal an die vielen lustigen und teilweise abschreckenden Episoden und jetzt wollt Ihr wegen Hungerast aufgeben…. Schlimm genug wenn das Profis passiert 🙂
Euch weiterhin alles Gute und kommt gut durch, das ist entscheidend !
Beste Grüße – Olaf

Triklausi
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Hey Jungs,
ganz großer Sport!!!!
War kurzzeitig ein bisschen stolz auf mich aber wenn ich da lese was ihr beide leistet, Hut ab!!
Macht weiter so und geniest es euren Körper zu spüren, die Erlebnisse und Erfahrungen kann euch keiner mehr nehmen.
LG vom triklausi
Denk daran: aufgeben ist keine Alternative

Kummer
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Hallo ihr beiden,
Bei soviel Pech sowenig verlieren, das ist ein Qualitätsmerkmal. Nicht den Kopf verlieren! Konzentriert euch auf eure Stärken und auf eure Organisation! Viel Glück! Mario

Anonymous
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Hallo Ihr beiden,
danke, dass Ihr es trotz der Strapazen noch schafft, uns mit Kommentaren und Fotos an der diesjährigen Transalp teilhaben zu lassen! Jeden Tag wieder leide und freue ich mich mit Euch. Wenn es mal heiß wird auf dem Weg nach oben, dann denkt an die Kälte der letzten Jahre. Vielleicht hilft’s.
Viele Kraft und Energie weiterhin, Ute

Anonymous
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Hey Jungs,
ich hoffe heut war’s besser als gestern!!!!
Worst cases passieren, da kann man nix machen!
Aufgegeben wird jetzt nicht-sonst wäre die ganze Qual von gestern völlig umsonst!
Es ist vielleicht wirklich das letzte Mal für euch ( glaub das ja eigentlich nicht 😉 )-und ihr habt soooo gut angefangen!
Keep going!
Viel Kraft und Mut weiterhin!
Gina

Uschi Werner
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Hoffentlich war es heute weniger Pech verfolgt….
Durchhalten, ich drücke alle vorhandenen Daumen!! Viele Grüße

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